….digitale Noten, was steckt dahinter? Und was war noch einmal musicXML ?!

24. Januar 2019

Digitale Noten, was genau versteht man denn eigentlich darunter? Wir haben unseren Produktmanager Phil gefragt und in einem kleinen Beitrag das Thema digitale Noten und „musicXML“ kurz und kompakt zusammengefasst.

Sie haben bestimmt schon einmal ein Musikstück auf einem Computer betrachtet – und somit auch digitale Noten. Denn zum einen spricht man von digitalen Noten, wenn die Noten eines Musikstücks abgescannt oder abfotografiert werden. Nachträgliche Änderungen oder andere Darstellungsweisen des Stückes sind dabei allerdings nicht möglich. Auch unterscheiden sich hier die Ergebnisse qualitativ, je nach Ausleuchtung oder Auflösung des Scanners oder der Kamera.

Digitale Noten können allerdings auch bedeuten, dass das Musikstück tatsächlich digital erstellt wurde. Sprich, es wurde mit einem Computer-Programm gestaltet, ähnlich wie mit einem Textverarbeitungsprogramm. Das Format dieses Notensatzes ist verlustfrei, also ohne digitale Artefakte und Qualitätsverlust und ermöglicht auch eine Nachbearbeitung. Es gibt eine Vielzahl an Programmen hierfür, weit verbreitet sind die Programme „Finale“ und „Sibelius“ sowie das Open Source Programm „MuseScore“.

Möchte man das Musikstück nun ausdrucken oder ohne spezielles Programm, bzw. ohne spezielle App, anzeigen und teilen, wird in der Regel das PDF-Format benutzt. Die Darstellung der Noten ist allerdings statisch und die Nachbearbeitung nicht möglich. Soll z.B. die Darstellungsgröße oder Ausrichtung auch nur minimal angepasst werden, stellt man fest, dass das mit dem PDF-Format nicht ohne Neu-Export aus dem Notensatzprogramm funktioniert.

Das kann sehr schnell sehr lästig werden, wenn man bedenkt, dass sich damit z.B. das Layout nicht dynamisch an die Orientierung des iPad anpasst. Vielleicht kommen folgende Situationen Ihnen ebenfalls bekannt vor. Man ist Teil eines Ensembles und studiert mühsam seinen Part ein. Dabei ist man ständig mit Blättern beschäftigt, da alle anderen Stimmen und Instrumente auf der Partitur sind. Oder man begleitet einen Sänger und muss die Tonart anpassen, sprich ad-hoc transponieren. In solchen Momenten ist eine App, die das alles dynamisch darstellen kann, Gold wert.

Welches Format benötigt man also, damit sich beilspielsweise beim Drehen des iPad das Layout wie im Bild unten automatisch anpasst?

Damit die App individuelle Anpassungen wie etwa die Auswahl der Stimmen, das Zoomen, oder eben das Transponieren vornehmen kann, braucht es eine dynamische Alternative zum PDF. Dieses Format heißt „musicXML“ und kann von diversen Programmen geschrieben und gelesen werden. Es beschreibt zum Beispiel, wie viele Instrumente, wie viele Takte, welche Tonart, welche Noten in welchem Takt, welche zusätzlichen Attribute der Noten (Akzente, Halbtonschritte, …) in dem Musikstück vorkommen.

Diese maschinenlesbare Sprache ermöglicht es, die Musiknoten als strukturierte Daten in Textform abzuspeichern. Öffnet man eine solche Datei in einem Text-Editor sieht diese wie folgt aus:

Dieser Text ist für den Menschen jedoch kaum lesbar und unübersichtlich. Musizieren macht so keinen Spaß. Ein Computer-Programm allerdings kann dies mühelos einlesen und verstehen. Schaut man sich die Ausgabe des Programms an, erhält man folgendes Bild:

Abb. 2: Auszug aus einer musicXML-Datei mit Computer-Programm

Das Besondere an musicXML ist, dass das Format im Gegensatz zur PDF nur den Inhalt und die Struktur des Musikstücks repräsentiert, dabei aber kein statisches Layout vorschreibt.  Und genau diese Flexibilität verbunden mit höchster Darstellungsqualität macht musicXML für ScorePad ein ideales Format um Musikern qualitativ hochwertigstes Notenmaterial und vielfältige Funktionen bieten zu können.